Technologiepartner Sophos klärt über die neue WannaCrypt-Ransomware auf

Lesedauer: 4 Minuten.

Mit WannaCrypt kursiert eine neue Variante von WannaCry durchs Netz. Welche Gefahren die Erpressungssoftware von Ransomeware mit sich bringt und welche Tipps im Ernstfall zu beachten sind gab unser Technologiepartner Sophos bekannt.

Ein Rückblick auf WannaCry

WannaCry hat den Prozess der Datenzerstörung mit einem selbst verbreiteten Computer-Virus kombiniert. Die Ransomewar-Gefahr erreichte somit ganz neue Dimensionen. So konnte WannaCry sich unbemerkt in das eigene Netzwerk einnisten und hatte die Möglichkeit, Tausende PCs in einer einzigen Attacke zu zerlegen. Der Angriff verbreitete sich bereits auf das komplette Netzwerk bei der Öffnung eines einziges Users.
So könnten jeden Tag zig Hunderte Opfer erpresst werden und dadurch Tausende Doller erzielt werden. Allerdings verfolgen die Betrüger der Ransomware SamSam ein anderes Ziel.
Der Strategie nach brechen die SamSammers in ein Netzwerk ein und verhalten sich so lange unbemerkt bis eine Vielzahl an Computern identifiziert wurde. Somit vergrößert sich die Chance mit einem Anschlag mehrere unternehmenskritische User zu erwischen. Bei „Erfolg“ gibt es eine Zahlungsaufforderung – typischerweise ein paar Tausend Dollar für jeden infizierten PC, der entsperrt werden soll. Aber natürlich gibt es auch ein attraktives Sonderangebot – 50.000 Dollar und alle Rechner werden befreit.

Wie bedrohlich ist nun WannaCrypt?

WannaCrypt geht umgekehrt vor, es wird nicht versucht in das Netzwerk der Opfer einzudringen. Vielmehr wird eine Schutzgelderpressung gestellt, „„Wenn du zahlst, zerstören wir deine Daten gar nicht erst“.
Sophos präsentierte schockierende Beispiele hierfür:

Von: WannaCry-Hackergruppe
An: *****
Betreff: !!!Vorsicht WannaCrypt!!!

Hallo, WannaCry ist zurück! All Ihre Geräte wurden von uns mithilfe eines Programmes geknackt. Wir haben verbesserte Funktionen auf unserem Programm, so dass Sie Ihre Daten nach der Attacke leider nicht mehr zurückbekommen können. Sämtliche Informationen werden verschlüsselt und anschließend gelöscht. Antivirus-Software ist nicht in der Lage, unser Programm zu entdecken. Firewalls sind machtlos gegenüber unserem einzigartigen Code.

Sollten Ihre Dateien verschlüsselt sein, werden Sie sie für immer verlieren. Unser Programm deckt auch das lokale Netzwerk ab und löscht die Daten auf allen damit verbundenen Computern vollends aus, plus alle in einer Cloud gelagerten Daten. Webseiten-Ausführungen werden eingefroren. Wir haben unser Programm bereits auf Ihren Geräten ausgeführt. Die Löschung der Daten ist vorgesehen für den xx. Juni 2018, x:00 Ortszeit. Sämtliche Dateien auf Ihrem PC, Server und mobilen Endgeräten werden zerstört. Geräte, die mit irgendeiner Version von Windows, iOS, macOS, Android und Linux arbeiten, werden Gegenstand einer Datenentfernung.

Um sich gegen die Datenzerstörung abzusichern, können Sie 0,1 BTC (ca. 530 Euro) an die Bitcoin-Brieftasche ******* zahlen.

Michael Veit, Security Experte bei Sophos, schätzt WannaCrypt folgendermaßen ein „Die schlechte Nachricht vorweg: eine derartige E-Mail mit angedrohter Daten-Apokalypse ist sehr verbreitet. Die Gute Nachricht: diese besonderen Betrüger verfügen derzeit nicht über eine Schadsoftware, um diese Bedrohung zu bekräftigen. Der Hinweis, dass Anti-Viren-Software das Programm nicht entdecken kann, ist eine den wenigen Wahrheiten in diesem Betrugsbeispiel. Und zwar aus dem ganz einfachen und günstigen Umstand, dass es in diesem Fall gar kein Programm zu entdecken gibt! Um es noch einmal klar zu machen: Disketten-ausradierende Schadsoftware – man denke an Ransomware ohne Schlüssel zur Decodierung, so dass man seine Dateien von den Betrügern gar nicht zurückkaufen kann, selbst wenn man es wollte – also das existiert sicherlich irgendwo. Nur, in diesem speziellen Email-Beispiel ist die ganze Nummer eine Fälschung – denn das Schadprogramm gibt es hier schlichtweg nicht. Das lässt sich auf den ersten Blick natürlich nicht sehen, deswegen: Nach dem ersten Schock, wenn man so eine E-Mail bekommen hat, durchatmen und nicht kopflos handeln

Folgende Tipps von Sophos haben sich gut bewährt:

1. Nicht Bezahlen

Nach unserer Sichtung der Bitcoin-Blockchain hat bis jetzt (22. Juni 2018 12.00) noch niemand

Geld eingezahlt, besonders nicht an die Bitcoin-Adresse in den Spam-Beispielen, die wir bei Sophos bislang registriert haben.

2. Keine Kontaktaufnahme zu den Betrügern

Von einer höflichen Kontaktaufnahme, nach dem Motto „wir können doch über alles reden“, ist dringend abzuraten. Das Opfer gibt sich nicht nur als solches bekannt, sondern möglicherweise auch Informationen über sich preis, die ihm dann zum Nachteil werden können. Möglicherweise erhöhen die Betrüger dann sogar Druck und Zahlungsbeträge.

3. Daten immer schützen

Eine Attacke wie diese abzuwehren bedeutet: Infizierung und danach die Möglichkeit, die Schadsoftware aufzuspüren, bevor sie losgeht (von Ransomware – als Gegenbeispiel – wird man nur alarmiert, nachdem es ausgelöst wurde). Aus einer Attacke wie WannaCrypt herauszukommen, ist enorm schwer. Deswegen: Systeme, Apps, Sicherheits-Programme aktuell halten und die Datenkopien auf einem separaten Gerät halten. Am besten heute noch.“

Weitere Informationen und Unterstützung zum Thema Sophos finden Sie unter https://vintin.de/sophos-endpoint-security/. Sprechen Sie uns gerne an.

Dieser Beitrag basiert auf einer Pressemeldung und dem Interview von Sophos Technology GmbH: https://www.pressebox.de/pressemitteilung/sophos-gmbh/Nur-Vorkasse-bitte-die-neue-WannaCrypt-Ransomware-ist-aufdringlich/boxid/911581

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